Möglichkeiten

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Worldtrotter
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Möglichkeiten

Ungelesener Beitrag von Worldtrotter » 15. Sep 2020, 23:56

Hallöchen,
ich selbst habe keine Gicht, aber mein Freund. Er ist 24 Jahre alt und seine Gicht begann mit den 20ern. Vermutlich hat er sie von seinem Opa geerbt. Normalerweise hatte er einmal im Jahr eine Gichtattacke, die auch nach ca. 2 Wochen wieder abgeklungen ist. Jetzt scheint er aber eine Attacke richtig zu verschleppen und wird sie einfach nicht los. Der Zeh schwillt nicht ab. Ich spreche hier von einem Langzeitvegetarier, der gerade mal 60 Kilo wiegt und nie Alkohol trinkt. Er macht Sport, meditiert und ist recht ruhig. Er hat sich Heilwasser bestellt und probiert nun sogar CBD Öl aus. Wir sammeln sogar Giersch für Tee im Wald. Aber es scheint nichts helfen. Er nimmt auch Medikamente, ich kann aber nicht genau sagen, welche.

Natürlich liegt es an den Nieren aber wäre ein Nierencheck sinnvoll? Könnten sich dabei neue Erkenntnisse ergeben?

Und ich wollte fragen, ob jemand bereits Erfahrungen mit Rehakliniken bezüglich Gichtbehandlung gemacht hat. Auch sonst bin ich für Tipps in Richtung Ernährungsberatung und anderen Alternativen offen. Alles, damit es ihm wieder besser geht.

Lieben Dank im voraus.

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Placeboforte
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Re: Möglichkeiten

Ungelesener Beitrag von Placeboforte » 19. Sep 2020, 10:50

Hallo Worldtrotter,

Dein Freund ist nicht so ganz der typische Gicht-Kandidat. Insbes. ist er zu jung. Natürlich kann es sich trotzdem um Gicht handeln, ich finde es aber wichtig sicherzustellen, dass es tatsächlich Gicht ist. Es gibt einige Krankheiten, die mit ähnlichen Symptomen daherkommen. Siehe hier: https://www.gichtinfo.de/was-ist-gicht/ ... 3%A4hneln/

Wenn die Diagnose Gicht gesichert ist (z. B. durch einen Rheumatologen oder Internisten):

Heilwasser, Giersch, CBD-ÖL und Co. werden nichts bringen. Ihr könnt diese Bemühungen einstellen. Auch an der Lebensführung (Gewicht, Ernährung, Alkohol etc.) ist bei ihm anscheinend nicht wirklich was zu holen. D. h. es müssen geeignete Medikamente her. Wäre jetzt natürlich gut zu wissen, was er nimmt...

Oft ist es so, dass zwar die richtigen Medikamente gegeben werden, die Dosierung aber zu niedrig ist. Gicht lässt sich wirklich sehr gut mit den üblichen Medikamenten (insbes. Allopurinol oder Febuxostat) behandeln. Also wäre zu klären was er nimmt und wieviel davon. Und ob dies seinen Harnsäurewert erfolgreich in den richtigen Bereich gebracht hat (< 6,5 mg / dl).

Gicht ist üblicherweise kein Fall für Reha und Co. Mit einem kompetenten Arzt und dem richtigen Medikament in der richtigen Dosierung lässt sich die Gicht so gut behandeln, dass nach einer Übergangsphase von einigen Monate keine weiteren Gichtanfälle auftreten.

Da ich nicht weiß was Dein Freund für Medikamente nimmt: Wenn man neu mit dem Thema Gicht konfrontiert ist, versucht man zuerst einmal einfache natürliche und gesunden Lösungen zu finden (was ja auch nicht falsch ist). Allerdings ist es leider bei vielen Menschen so, dass die Gicht sich damit allein nicht in den Griff bekommen lässt. Gicht ist eine chronische Krankheit und hier müssen wirksame Medikamente her. Sonst kommt es zu Gichtanfällen und pot. weiteren Schäden. Die Aussicht, lebenslang ein Medikament nehmen zu müssen, ist für junge Menschen nicht besonders verlockend. Dennoch: Oft geht es nicht ohne. Und die Medikamente werden üblicherweise problemlos vertragen. Und sie wirken (richtig dosiert) wirklich so gut, dass man vergessen kann, dass man Gicht hat.


Viele Grüße
Placeboforte

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