Einnahme von Allopurinol

Medikamete, die beim akuten Gichtanfall zum Einsatz kommen (z. B. Diclo, Colchicin, Cortison)
Ralf2
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Einnahme von Allopurinol

Ungelesener Beitrag von Ralf2 » 28. Apr 2021, 16:28

Hallo,

ich hätte einige Fragen zum Thema Allopurinol:

Soll die Einnahme nach einer Mahlzeit erfolgen, damit das Medikament verträglicher ist oder damit es seine Wirkung
besser entfaltet?
Macht es dann nicht Sinn die Dosis grundsätzlich zu teilen und z.B.: morgens und abends die Hälfte zu nehmen?
Wie sieht es aus, wenn man plant so richtig zu sündigen, sollte man an solchen Tagen eine größere Dosis oder
z.B. morgens noch eine kleine zusätzlich nehmen?
Wie sieht es mit Alkohol aus? Ich trinke jeden Tag eine Flasche Wein (nicht verhandelbar), nehme das Allopurinol
wie von meiner Ärztin vorgegeben nach dem Abendbrot ein und trinke den Rest Wein 1 Stunde später.
Die Apothekerin sagte besser das Medikament 1 Stunde vor beginn des Weinverzehrs einzunehmen.
Ich habe keinerlei Magenprobleme, weder als ich das Allopurinol zuerst auf nüchternen Magen 1h vor dem Weinkonsum
eingenommen habe noch nach dem Essen.
Was ist denn nun die sinnvollste Lösung?
Seit ich das Medikament nehme ist mein Leben ein Dauergichtanfall (über 2 Monate), es springt von einem Gelenk zum
nächsten, wie lange dauert so etwas erfahrungsgemäß wirklich bis das aufhört?
Ich nehme 300 mg bei ca. 73 kg Gewicht und 176 cm.

Für Antworten und Tips bin ich dankbar!

Viele Grüße

Ralf

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Placeboforte
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Re: Einnahme von Allopurinol

Ungelesener Beitrag von Placeboforte » 2. Mai 2021, 11:26

Hallo Ralf,

ich versuche mal im Schnelldurchlauf Deine Fragen zu beantworten:

Einnahme nach dem Essen (besser für den Magen)
Dosis über 300 mg: Einnahme aufteilen (1 x morgens und 1 x abends), ansonsten nur eine Einnahme.
Unterstützend: Ausreichend trinken (> 2 l / Tag)
Wann einnehmen (also Deine Frage, ob das Allo z. B. vor dem Weinkonsum genommen werden sollte):
Allopurinol hat eine sehr kurze Halbwertszeit von etwa 1 bis 3 Stunden. Allerdings wird es dann im Körper zu Oxipurinol umgewandelt, das genauso wirksam ist und eine Halbwertszeit von 18 – 30 Stunden hat. D. h. es entsteht mit der Zeit ein über den Tag gleichbleibender Wert. Es macht keinen Sinn, die Einnahme zeitlich einer speziellenn Ernährung anzupassen.
Mehr Allo nehmen beim Sündigen? Halte ich nichts von. Lieber mit korrekt dosierten Allo gleichbleibend den Harnsäurewert kontrollieren und in den Bereich < 6,5 mg / dl absenken. Dann ist auch gelegentliches Sündigen kein Problem.
Allo und Alkohol: Generell wäre der Alkohol zu meiden oder zumindest zu reduzieren. Aber das weißt Du ja selber. Ansonsten muss die Dosis so gewählt sein, dass der HS-Wert in den Zielbereich kommt. Also ist deine Allo-Dosis potentiell höher, als sie es ohne Alkoholkonsum wäre. Die Dosis ergibt sich aus der erfolgreichen bzw. nicht ausreichend erfolgreichen Reduktion des HS-Wertes. Wenn er z. B. bei 300 mg Allo zwar sinkt, aber nicht unter 6,5 geht, dann muss die Dosis erhöht werden. Nächster Schritt könnte 400 mg verteilt auf zwei Einnahmen sein. [/list]

Möglicherweise ist bei Dir die Allo-Dosis zu gering. Lass mal vom Arzt den HS-Wert überprüfen und ggf. die Dosis anpassen. Wenn der HS-Wert trotz Allo über 6,5 bleibt, wird es nicht besser! Liegt er dann bei richtiger Dosis dauerhaft unter 6,5, kann es bis zu 6 Monate dauern, bis sich alle HS-Ablagerungen aufgelöst haben und Du beschwerdefrei bist. Ist zwar blöd, aber da muss man durch.

Hoffe, das hilft Dir weiter.

Viele Grüße
Placeboforte

Ralf2
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Re: Einnahme von Allopurinol

Ungelesener Beitrag von Ralf2 » 2. Mai 2021, 15:09

Hallo Placeboforte,

herzlichen Dank für Deine Antwort!
Das ist super erklärt!
Ich werde den HS Wert überprüfen lassen, Dosis gegebenenfalls
anpassen und noch ein paar Monate durchhalten, irgendwann muß
es ja besser werden.

Vielen Dank und Grüße

Ralf

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